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Mythos – „Herr Kahl, eigentlich müsste ich doch jedes Jahr den Anbieter wechseln, oder?“

Diesen Satz höre ich in Gesprächen mit Unternehmern immer wieder.

Neulich sagte ein Kunde zu mir: 
„Herr Kahl, eigentlich müsste ich doch jedes Jahr den Anbieter wechseln, oder? Jahresverträge sind doch am günstigsten. Und wenn ich mich intensiv genug kümmere, finde ich doch immer den billigsten Anbieter.“

„Das klingt im ersten Moment plausibel. Im gewerblichen Energieeinkauf ist das aber oft ein riskanter Denkfehler.“

„Wieso? Wenn ich jedes Jahr neu verhandle, bleibe ich flexibel und spare am meisten.“

„Nur dann, wenn Preis der einzige relevante Faktor wäre. Und genau das ist er nicht.“

Viele Unternehmer schauen beim Energieeinkauf fast ausschließlich auf den billigsten Preis.
Dabei werden drei entscheidende Fragen oft ausgeblendet:

  • Wie stabil ist der Lieferant?
  • Wie belastbar ist seine Kalkulation?
  • Trägt mich dieser Anbieter auch durch volatile oder krisenhafte Marktphasen? 

Denn was in ruhigen Zeiten günstig aussieht, kann in angespannten Marktphasen teuer werden.

Ein Lieferant, der auf Dumpingpreise setzt, kann über Jahre attraktiv erscheinen.
Und trotzdem im falschen Moment Probleme bekommen:

  • schlechte Erreichbarkeit
  • Strategiewechsel  
  • unklare Preisbestandteile
  • operative Schwächen
  • im schlimmsten Fall: Ausfall oder Kriseninstabilität 

Dann passiert genau das, was viele Unternehmer vorher nicht einkalkuliert, haben:

Der vermeintlich günstige Einkauf wird im Rückblick teuer.

Ich sage in solchen Gesprächen oft:

„Man kann mit dieser Kampfstrategie fünfmal Glück haben.
Und beim sechsten Mal komplett ins Klo greifen.“

Dann vernichten Zusatzkosten, operative Probleme oder teure Übergangsmodelle schnell die Ersparnisse mehrerer Jahre.

Und genau deshalb ist auch die Frage nach der Laufzeit nicht isoliert zu betrachten.

Kurze Laufzeiten sind nicht automatisch günstiger.
Lange Laufzeiten sind nicht automatisch riskanter.

Entscheidend ist immer das Zusammenspiel von:

  • Laufzeit  
  • Marktphase  
  • Einkaufszeitpunkt  
  • Beschaffungsstrategie  
  • Lieferantenqualität  
  • Krisenfestigkeit des Anbieters 


„Das heißt, ich darf nicht nur auf den billigsten Preis schauen?“

„Genau. Der billigste Preis ist nicht automatisch die beste Entscheidung.
Die beste Entscheidung ist die, die wirtschaftlich sinnvoll ist und auch in schwierigen Marktphasen stabil bleibt.“

Energieeinkauf ist kein Jagdspiel nach dem billigsten Anbieter.
Er ist eine strategische Entscheidung.

Nicht der kürzeste Vertrag ist automatisch der beste Vertrag.
Nicht der billigste Anbieter ist automatisch der richtige Anbieter.

Die beste Lösung verbindet:

  • wirtschaftlichen Preis
  • passende Laufzeit
  • saubere Struktur
  • starke Lieferantenqualität
  • Stabilität in Krisenzeiten 

Denn echte Einsparung erkennt man nicht am ersten Vertragsjahr.
Sondern am Ergebnis über viele Jahre.